Deutsches Hepatitis C Forum e.V

Ulrike - Mai 2005

Hallo zusammen,

gerne würde ich meine Geschichte vorstellen, wobei die Geschichten, die ich auf dieser Seite lesen durfte, mir Angst und Bange in meine Zukunft schauen lassen. So viele verzweifelte Seelen, die unsagbare Traurigkeit vieler Betroffener und so viele Hoffnungen auf ein verständnisvolleres Leben.

Mein Name ist Ulrike. Ich bin 41 Jahre alt, seit 15 Jahre verheiratet und lebe in Köln.

Meine Geschichte beginnt damit, dass ich mit 16 Jahren in Mönchengladbach, eine Lehre als Schneiderin begann. Meine Lehre war gerade ein halbes Jahr um, als sich Blinddarmbeschwerden einstellten. Ich kam ins Krankenhaus und wurde erstmalig am 29.05.81 operiert. Leider wurde die Narbe nicht richtig geschlossen, sodass ich am 31.05.81, aufgrund einer Bauchfellentzündung, und am 03.06.81 erneut operiert werden musste. Während der letzten OP musste etwas falsch gelaufen sein, denn ich erhielt eine Blutkonserve. Dass diese verseucht war, erfuhr ich erst 13 Jahre später. Aufgrund dieser schweren Operationen ging ich immer wieder mit verschiedenen Diagnosen ins Krankenhaus, nur wusste man damals noch nicht, was wirklich mit mir war. Meine Blutwerte waren nie in Ordnung, und keiner konnte sich erklären wieso. Ich wurde zu Rheuma-Spezialisten, Kliniken etc. geschickt, doch das half alles nicht.

Irgendwann lebte ich mit meinen Blutwerten und mit meiner ständigen Müdigkeit zu leben. Viele Jahre vergingen, bis ich meinen Mann kennen lernte, nach Köln zog und 1991 heiratete. Ich bin aus einer Großfamilie, daher waren Kinder immer ein ganz besonderes Thema für mich. Ich wollte mindestens 2, aber es sollte nicht sein.

Aufgrund Unterbauchbeschwerden, ging ich 1993 zu meinem Arzt, der mich ins Krankenhaus einwies. Man vermutete einen Darmverschluss. Ich lag drei Tage in diesem Krankenhaus, ohne das etwas gemacht wurde. Man wollte mich einen Internisten vorstellen, auf dem ich drei Tage warten musste. Ich sprach den Stationsarzt darauf an, worauf er mir böse antwortete, ob ich ihn verarschen wolle, denn schließlich hätte er schon einen Bericht und Befund vom Internisten vorliegen.

Da war das nächste Krankenhaus, das mir Angst machte, denn ich schwöre euch, es war niemals ein Arzt (Internist) an meinem Krankenbett. Ich bat sofort um meine Entlassungspapiere, worauf der Stationsarzt wütend reagierte und meinte, ich soll mal meine Leberwerte überprüfen lassen, nicht das ich die Hepatitis C hätte.

Ich blieb wie erstarrt stehen, denn ohne es wirklich zu wissen, wurde mir alles klar.

Ich fuhr sofort zu meinem Hausarzt, der dann sofort eine Blutuntersuchung machte. Es waren die schlimmsten zwei Wochen meines Lebens, denn solange dauerte damals das Ergebnis. Als ich es dann schließlich wusste, bekam ich sofort eine Überweisung zu meinem Frauenarzt. Denn zu diesem Zeitpunkt, war man noch der Überzeugung, dass man mit Hepatitis keine Kinder bekommen darf. Die Pille durfte ich auf keinen Fall weiter nehmen, weil die Werte zu hoch waren, ja und meine Beschwerden (Unterbauch) waren ja auch noch da. So entschied man sich, die Gebärmutter sofort zu entfernen.

Ich ging dann jedes halbe Jahr zur Blutabnahme, bis man mir 1995 mitteilte, dass meine Hepatitis von alleine ausgeheilt war. In den danach folgenden Jahren

lebte ich also mit der Überzeugung geheilt zu sein, bis ich 2003 einfach noch mal eine Kontrolle machen ließ. Bei dieser Untersuchung erfuhr ich dann, dass meine Krankheit nie ausgeheilt war.

Seither habe ich das Gefühl in ein tiefes Loch gefallen zu sein und auf einem Pulverfass zu sitzen. Das einzige erfreuliche aus dieser Sache wäre noch wichtig zu erwähnen. Ich habe meinen Mann bis heute nicht angesteckt, denn das hätte mich um meinen Verstand gebracht. Es war das größte Geschenk bisher für mich.

Mit dieser genauen Beschreibung möchte ich nur zeigen, dass man immer mehrere Ärzte zu Rate ziehen sollte und niemals nur einen blind vertraut.

Ich bin froh euch alle gefunden zu haben.

Bis Bald

Uli

 

GTranslate

Seitenaufrufe : 735433