| Stefanie's Geschichte (und ihre Erfahrung mit Ribavirin) |
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Es ist unklug, das Leben nach dem Zeitbegriff abzumessen.
Meine Story
Im unschuldigen Alter von 17 Jahren habe ich mir HCV über eine Bluttransfusion "eingefangen". 3 Blutkonserven wurden nach einer Standard-Operation notwendig, auf die ich allerdings sofort mit Hautausschlag reagierte, der in der Klinik nur schulterzuckend registriert wurde. Ich erholte mich in den folgenden 3 Monaten nicht, sondern schlief ständig ein. Ratlos tapperte ich etwas apathisch zu meinem Arzt, dem ich meinen Zustand schilderte. Er zog mich ans Tageslicht und sagte nur: "Du wirst ja gelb. Du hast wahrscheinlich eine Art 6ser im Lotto gezogen, so groß ist nämlich die Chance, über Bluttransfusionen Gelbsucht zu bekommen." Tja, die Wahrscheinlichkeitsrechnung sah in der Realität doch anders aus. Mein Freund, das Internet Die Studie
Nach dem positiven Test hatte ich zum Münchner Klinikum Großhadern gewechselt, das mit führend in der HCV-Behandlung und deren Erforschung ist. Vom Juni bis Dezember 1996 nahm ich dort an einer sechs-monatigen Kombinationsstudie "Interferon (3 Mio) und Ribavirin" teil. Jeder Teilnehmer sollte sich über die Bedeutung der Studien-Regeln klar werden, die vorher mit dem Arzt besprochen und auch in schriftlicher Form ausgehändigt werden. Ich kann nur für mich sprechen: Ich würde es wieder tun. Es ist Ermessenssache, ob man die Zeit bis zur Zulassung dieser neuen Therapie (2-3 Jahre) oder bis zu neueren Forschungsergebnissen hat. Nach Absetzen der Medikamente verschwanden die Nebenwirkungen innerhalb weniger Tage (Kopfschmerz, Niedergeschlagenheit, Übelkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und ein riesiges Schlafbedürfnis). Etwa zwei Monate danach, war ich in besserer Verfassung als in den Jahren vor der Behandlung. Meine Familie, die mit bekam wie ich mich im Laufe der Jahre verändert hatte, bestätigt den Erfolg der Therapie, die für uns alle anstrengend war. 2002 - ein 'Sustained Responder' Über 5 Jahre nach der "kurzen" Ribavirin-Interferon-Behandlung geht mir gut, meine Leberwerte sind klasse. Im Rahmen der Langzeitstudie checkt das Klinikum Großhadern mich jährlich durch. Beim Aktualisieren dieses Berichtes, ärgerte ich mich allerdings, dass ich so hart um meine Gesundheit und ein gutes Leben gekämpft hatte und nun wieder nachlässig damit umgehe. Zuviel Arbeit, zu wenig Zeit zum Innehalten. Damals hatte ich rigeros alles geklärt, wovor ich mich immer gescheut hatte und mir auf der Seele lag. Ich hatte alles abgeschafft, was mich belastete. Zauberworte: Guter Lebensstil, Job, körperliches Wohlbefinden (Ernährung, Bewegung, Wellness) für das seelische Gleichgewicht. Gesunder Egoismus ohne schlechtes Gewissen. Ich sagte mir damals: "Auch wenn es schief geht - und das steht nun mal letztendlich nicht in meiner Macht - Du kannst zumindest zu Dir selbst sagen, Du hast alles dafür getan, um die besten Voraussetzungen zu schaffen." Für mich war elementar zu erkennen, dass ich gegenüber dem Virus ohnmächtig war. Ohne Macht. Keine Schuld, kein Unschuld, es ist wie es ist. Seit dem war er ein Teil von mir und ich war bereit mit ihm zu leben, wenn es sein musste bis zum Ende. Es versöhnte und die Therapie glückte. Auch heute denke ich nicht im Groll an den Virus, ohne ihn hätte ich niemals soviel erkannt und gelernt. Vor allem, dass es erst der Anfang war vom Leben und Lernen. Und alles ohne esoterische oder religiöse Höhenflüge ... In diesem Sinne wünsche ich euch Kraft und Lebensfreude.
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| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 15. September 2010 um 21:58 Uhr |

1996 war eines der schwersten und zugleich wichtigsten in meinem Leben. Im Internet habe ich eine Quelle an Informationen und sogar Freundschaft gefunden. Meine Familie und Freunde waren und sind toll, doch ohne die Hilfe eines ebenfalls betroffenen Freundes, den ich über dieses Medium kennenlernte, hätte ich es nicht so gut gepackt.