| Es hätte schlimmer kommen können!, Oktober 2006 |
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Ich heiße Stefan, bin 29 Jahre alt und möchte von meinen Erfahrungen mit Hepatitis C berichten.
Der Arzt meinte jedoch, ich sollte erstmal 6 Monate abwarten, bei einigen Patienten käme es zu einer Selbstheilung. Ein Lichtblick !
Aber ich glaubte nicht wirklich, daß ich zu diesem Personenkreis gehören würde. Trotzdem versuchte ich, durch besonders gesunde Lebensweise diesen Prozeß zu unterstützen. Die Viruslast blieb leider unverändert in diesem Zeitraum. Ich machte mich mit dem Gedanken vertraut, wohl eine Therapie beginnen zu müssen. Denn für mich gab es keinen Zweifel, diese Krankheit wollte ich besiegen. Ich machte mit meinem Freund noch schön Urlaub in Italien, mußte jedoch nach meiner Rückkehr erst einmal eine HIV-Therapie beginnen. Ein starkes Immunsystem ist ganz wichtig, meinte mein Arzt. Also täglich 5 Tabletten schlucken, das ganze bis auf Durchfälle ohne Nebenwirkungen. Als sich meine Blutwerte gebessert hatten, konnte ich also eine Hepatitis-Therapie beginnen. Ich wollte das so schnell wie möglich. Immerhin würde der ganze Prozeß fast 1 Jahr dauern, das wollte ich schnell hinter mich bringen. Täglich 4 Copegus ( Wirkstoff Ribavirin ) und jede Woche 1 Spritze Interferon alpha. Die Arzthelferin spritzte mir also das " Gift ", ich holte die Tabletten aus der Apotheke, fuhr nach Hause und wartete ab. ... Nichts ... Als es mir um Mitternacht immer noch gut ging, ging ich ins Bett. Es war Montag. Montag und Dienstag habe ich immer frei und wollte diese freien Tage in Zukunft zum Spritzen nutzen. Auch am nächsten Tag ging es mir gut, wobei gegen Abend sich eine Müdigkeit einstellte und nachts ein Gefühl, als ob ich kurz vor einer Grippe stehe. Aber kein Fieber. Am Mittwochmorgen war das aber vorbei. Ich war jedoch nach wie vor müde, konnte aber arbeiten als Taxifahrer. Auch hatte in der 1. Woche viele Alpträume und schwitzte so sehr nachts, daß ich alle paar Stunden die Bettdecke wenden mußte. Die Müdigkeit wurde von Tag zu Tag weniger, und so ging ich am nächsten Montag froh gelaunt zum Arzt für die 2. Spritze. Die weiteren Spritzen wollte ich mir selber setzen. Auch jetzt wieder dasselbe: Am Montag ging's mir gut. Dienstagabend war ich mit meinem Freund essen, es ging mir jedoch nicht besonders. Dieser Zustand verschlimmerte sich dann recht schnell. Auf der Fahrt nach Hause bekam ich Schüttelfrost. Nichts wie ab ins Bett ! Ich schwitzte, hatte Fieber und Schüttelfrost. Am Mittwoch ging es mir noch schlechter. Kein Appetit, und immer wieder dieser Schüttelfrust, ich war schlapp, müde, depressiv, hatte ganz schlimmeren Durchfall, gelbes Wasser. Mein Zustand besserte sich nur ganz langsam. Ich dachte mir, wenn das 1 Jahr so geht, das halte ich nicht durch, da breche ich die Therapie ab. Ich informierte meinen Chef über meine Krankheit, da ich nicht mehr in der Lage war, arbeiten zu können. Ich lag ja Tag und Nacht im Bett. Mein Chef hatte viel Verständnis und meinte, ich könne arbeiten, wie ich möchte. Je nach Zustand. Das erleichterte mir vieles! Die 3. Spritze setzte ich mir selber und hatte große Angst vor den nächsten Tagen. Ich hatte mich gerade einigermaßen gefangen und wollte nicht schon wieder tagelang jammernd im Bett liegen. Doch dieses Mal war es nicht so schlimm. Ab Dienstag war ich unglaublich müde, konnte jedoch ab Mittwoch sogar wieder arbeiten, wenngleich nur 5 h am Tag. Und immer wieder diese unbeschreibliche Müdigkeit ! Von nun wurde es aber von Woche zu Woche besser. Nach der 4. Spritze wurde eine Blutuntersuchung gemacht. Und siehe da: Die Viruslast war bereits von 2,3 Millionen auf 900.000 gesunken. Ein Erfolg ! Die Therapie schlägt also an. Ich freute mich sehr, wenn doch nur nicht diese Müdigkeit wäre! Mittlerweile, nach der 6. Spritze, bin ich nicht mal mehr müde. ich bin topfit, arbeite fast so viel wie früher. Ich habe jedoch viel Durst, weshalb ich nachts oft aufstehen muß, um etwas zu trinken, was dann wiederum mich zum Toilettengang zwingt. Ferner habe ich 5 Kilo abgenommen. Ansonsten keine Nebenwirkungen. Es hätte wirklich schlimmer kommen können ! Ich glaube, es ist wichtig, daß man frei von privaten und beruflichen Problemen ist. Ich gönne mir viel Schlaf, esse sehr gesund, trinke keinen Alkohol, rauche nicht, und hoffe, daß es mir nach wie vor die nächsten Monate so blendend geht wie jetzt ! Nachtrag im Januar 2007
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| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 15. September 2010 um 21:41 Uhr |

