| Marissa - Lottogewinn, April 2006 |
Mein Name ist Marisa, ich bin 44 Jahre alt, lebe im Tessin, bin in zweiter Ehe mit einem deutschen Mann verheiratet und habe ein "bewegtes" Leben hinter mir.Bei meinem vorherigen "bewegten" Leben habe ich mich möglicherweise mit Hepatits C infiziert (Spritzentausch) Aber das ist lange her und ich habe ein „ganz normales“ Leben geführt danach. Im September 2005 bin ich zu meinem Familienarzt gegangen weil ich seit Monaten "komische" Symptome spürte, andauernde Erschöpfung, Schlappheit, Gelenkschmerzen, das Treppe steigen fiel schwer Hände und zuletzt sogar die Füße hatten "Ameisen" schliefen ein und waren „gefühllos“"....der Arzt dachte an eine Schilddrüsendisfunktion und nahm mir Blut ab.
Eine Woche später bat er mich ins Sprechzimmer unter vier Augen und sagte; "Du hast was typisches was Drogensüchtige kriegen, du hast Hepatitis C" (er wusste von meinen wilden Jahren) Meine Blutwerte würden erhöhte Transaminasen vorweisen und er würde sofort den Virologen im Krankenhaus benachrichtigen damit ich mich besser darüber informieren und die Sache mit ihm besprechen konnte. Unser Stadtkrankenhaus hat eine Station wo AIDS-und- HCV Kranke behandelt werden,..."Gott sei dank ist es so nah dran,“ dachte ich. Man gab mir für Dezember ein Termin. Oh je,...fast 3 Monate warten,...na ja, inzwischen lobe ich die Mailingliste des DHCF ganz ganz hoch,....ich habe inzwischen Emails ausgetauscht und mir alle Infos "angesaugt" die es nur gibt, alles mögliche darüber gelesen was es zu lesen gibt, alle Betroffenberichte gelesen und weiter im Netzt gestöbert. Nachdem ich die Diagnose bekam, war ich sehr schockiert und habe 2 Tage geheult, erst recht nach dem ich die Betroffenenberichte gelesen habe,...."SOWAS" muss ich durchmachen??? Ich habe einen kleinen Hobbyhof mit Wein, Gemüse, Obstbäume, Hühner und Bienen,...."Wer macht das alles nächstes Jahr wenn ich die Interferon Therapie machen muss???" fragte ich meinen Mann. Er arbeitet im Büro und setzt ganz sicher nicht mein Salat an! Mittlerweile hatte ich entschieden dieses Jahr sehr wenig anzubauen, nur das nötigste für den Eigenbedarf. Die Hühner zu füttern hätte ich schon geschafft und bis der Honig reif ist werde ich das gröbste überstanden haben, dachte ich. Außerdem sind wir erst vor 2 Jahren in unser jetzigen Haus eingezogen und unser Schlafzimmer war immer noch ohne Schränke, nur die Klamotten über Stangen gehängt und alles sehr unordentlich .wir wohnen unterm Dach und haben nie geeignete schräge Schränke gefunden,...alles lag einfach so rum! Wenn es mir so lange schlecht gehen würde, wollte ich wenigsten, dass ich mich da oben wohl fühlen konnte und mich jemand auch in diesem Zimmer besuchen konnte. Mein Dezembertermin wurde auf Januar verschoben,....da wartet man fast 3 Monate und muss noch ein Monat verharren,....diese Ungewissheit machte mich ganz unruhig und ungeduldig. Endlich Januar,....im Wartesaal hörte ich den Kommentar von der Ärztin zu einem Patienten: "na? wie iss es gelaufen? Haben sie hohes Fieber gehabt?“ Oh je, dachte ich,...mir wird's auch so gehen! Endlich mit dem Arzt (Ärztin),...lange Gespräche und wieder Blutabnahme literweise, mein Genotyp feststellen und um präzisere Werte über alles zu haben. Am Ausgang machte ich den Termin um die Analysenergebnisse zu besprechen: März! Wie bitte ?? Erst in März?! Tut uns leid, wir haben keinen anderen Termin frei. (oh man, muss die Stadt aber viele HCV oder HIV Kranke haben...) Wieder zu Hause,...wieder WARTEN. Alle fragten was nun sei. NIX,..."es geht im März weiter" konnte ich nur sagen. Inzwischen habe ich mich an unser Schlafzimmer rangemacht, bei Ikea Schränke gekauft und der Freund unserer Tochter hat sie alle "schräg abgesägt" so dass sie unter die schiefe Decke perfekt passen! Alles ist eingeräumt und sieht wahnsinnig ordentlich aus...ein Sofa macht das ganze fast richtig gemütlich, Tisch und Stühle sind auch oben falls ich mein Essen im Zimmer einnehmen will wenn es tatsächlich schlimm werden sollte. Ich bin lieber vorbereitet. Mein Mann wollte wissen mit welchem Interferon ich die Therapie machen würde, α-Typ, β-Typ, 1 oder 2...? Ja ja,...ich werde die Ärztin schon mal anrufen,...mein Termin kommt ja gleich! Am Sonntag hatten wir eine Familiengeburtstagsfeier und ich habe wieder Champagner getrunken und 2 Ouzo,...(oder 3) meiner Leber zum Trotz! Sprit hatte ich seit September nicht mehr angerührt,...Rotwein schon. Die letzten zwei Abende war ich wieder ganz erschöpft und mein ganzer Arm "schlief ein", den ganzen Tag lang! Na ja,...."das ist Alkohol" dachte ich. Nun; heute morgen erinnerte ich mich daran mein Mann wissen wollte welche Interferonart bei mir verwendet würde und suchte die Artztterminkarte raus, fand die Telefonnummer und rief endlich die Ärztin an. Die Arzthelferin bat mich am Telefon zu warten, sie würde mich mit der Frau Doktor gleich verbinden. "Ja Hallo wie geht's denn so?" fragte sie mich gleich,...ich wollte schon von den Beschwerden der letzten 2 Tage berichten da sagte die Ärztin schon" Frau Marisa,...sie haben kein Hepatitis C,...man kann keine Virologe Infektion in ihrem Blut feststellen".... Heeee????????? Was????????? KEINE HEPATITIS C ??? "Wie bitte? ....der Hausarzt hat doch meine Transaminasen gesehen und mir gesagt ich hätte Hep.C......." "Sie sind irgendwann mit dem Hep C Virus in Kontakt gekommen und Ihr Körper hat Antikörper gebildet, die den Virus bekämpft haben. Bei Ihnen ist kein Virus mehr festzustellen und sie werden es auch nie mehr bekommen, sie brauchen keine Therapie ".... Ich dachte mir fällt die Decke auf dem Kopf.... "und meine Beschwerden?"....Ich müsse eine magnetische Resonanz machen lassen,..irgendwo soll ein Nerv eingeklemmt sein... oder so. Das kann ich alles gar nicht glauben....... Ich bin eine von ein paar Tausend dem so was passieren kann,....Selbstheilung! IRRE !!! Natürlich habe ich meine Freunde und Verwandte gleich angerufen und alle haben sich wahnsinnig mit mir gefreut,....ich hätte die Welt umarmen können, ich bin einfach überglücklich,....ich kann wieder meinen Hof planen, mein Gemüsebeet und selbst alles wieder in die Hand nehmen. Ich muss nur noch klären wo diese Erschöpfung herkommt und Gelenkschmerzen damit ich mich auch wieder so bewegen kann wie ich möchte. Eins muss ich aber sagen: Freunde und Verwandte haben sich ALLE hilfsbereit gegeben, sogar für meine Familie zu kochen falls ich nicht dazu in der Lage gewesen wäre.Ich habe mich NIE einen einzigen Moment alleine oder im Stich gelassen gefühlt, und dafür bin ich dankbar und auch glücklich,...soviel ich gelesen habe ist es nicht die Regel. Also Leute,....ich wünsche ,dass so was schönes auch euch passieren kann,....ich habe mich seit Monaten mit rotem Ginseng aufgepäppelt, hilft tatsächlich seeeeehr gegen Mattheit und Müdigkeit - in dreifacher Dosis-, damit werde ich ganz sicher weitermachen, es wirkt echt belebend,...wer weiß, ob das geholfen hat? Alles Gute an alle die nicht mein Glück gehabt haben,....ich bin sicher, auch sie werden es schaffen wie ich es sicherlich geschafft hätte,....und vieeeel Kraft hat mir die Mailingliste gegeben. DANKE liebe Grüsse eure Marisa 12.März 2006 Inzwischen war ich wieder beim Arzt. Der Chef persönlich wollte mit mir sprechen und hat mir das gleiche wie zuvor die Ärztin erklärt: knappe 20% der Leute schaffen es mit Hilfe eigener Abwehrkräfte das Virus zu besiegen. Fast wie ein Lottogewinn, "..und sie haben gewonnen", sagte er mir. Dann legte er mir einige Papiere vor ob ich einverstanden wäre meine Daten als Studie zuzulassen, ich solle sowieso zur Sicherheit noch 2 oder 3. Blutkontrollen machen lassen,...jedes halbe Jahr um zu kontrollieren, dass alles auch so bleibt weil ...er hat gesagt "es gäbe doch eine minimale Möglichkeit"...dass der Virus den Körper angesteckt hat und wachsen könnte! Also ab,....bis zur nächsten Kontrolle,.....in der Hoffnung dass tatsächlich alles so bleibt
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| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 15. September 2010 um 21:42 Uhr |

Mein Name ist Marisa, ich bin 44 Jahre alt, lebe im Tessin, bin in zweiter Ehe mit einem deutschen Mann verheiratet und habe ein "bewegtes" Leben hinter mir.