| Joe 's Geschichte |
Joe 's GeschichteMein Name ist Jürgen. Ich bin 41 Jahre alt, verheiratet und habe eine 12 jährige Tochter. Von Beruf bin ich Maschinenschlosser und arbeite in Vollschicht (Frühschicht, Spätschicht, Mit 21 Jahren bekam ich eine Gelbsucht, die vielleicht verursacht wurde durch einen zurückliegenden schweren Motorradunfall oder durch selbstgeschmierte Tätowierungen unter uns Motorradkumpel oder oder.... Jedenfalls fiel die Gelbsucht nicht sonderlich schwer aus. Meine Blutwerte blieben danach allerdings weiter erhöht. Eine anschließende Laparaskopie ergab eine ‘Hepatitis NON A NON B ohne chronischen Charakter`. Auf Anraten der Ärzte ließ ich dann alle paar Jahre immer mal meine Blutwerte testen. Wie gesagt waren SGOT und SGPT immer erhöht, und zwar etwa zwischen 30 und 250 schwankend. GGT war hin und wieder nur leicht erhöht, aber meist normal um die 15.
So lebte ich bis zum 22. August 97 ohne sonderliche Beschwerden im Bewusstsein, trotz Leberschadens mindestens 250 Jahre alt zu werden. Den Alkohol habe ich auch nicht verachtet oder mit anderen Worten: Ich habe nicht ins Glas gespukt. Warum auch, Beschwerden hatte ich nicht, außer schonmal ein bißchen pieksen unter den rechten unteren Rippen. Im August 97 kam dann die Abrechnung. Ich fühlte mich nicht sonderlich gut und das `Pieksen´ war wieder da. Also war es wohl Zeit, wieder mal die Leberwerte kontrollieren zu lassen. Nachdem die Werte ankamen, meinte mein Hausarzt, daß da was nicht stimmen würde und er gern nochmal einen anderen Test machen würde. Gesagt, getan, eröffnete mir der Doc dann nach einer nochmaligen Verifizierung, dass ich eine Hepatitis C habe. Ein anschließender PCR ergab den Genotype 3a. Hui, da musste ich aber umdenken! Obwohl ich an meinem Leben als Malocher an sich keinen sonderlichen Reiz fand und dieses überwiegend aus Mühe und Arbeit besteht.... so plötzlich und schnell wollte ich nun doch nicht abdanken. Vor allem nicht, wenn ich mir die eventuellen Umstände wie Arbeitsunfähigkeit und die dadurch entstehende Existenzgefährdung meiner Familie und mein späteres dahinsiechen vorstellte. Für meine Frau war es ein noch schwererer Schlag. Ein Test bei Frau und Tochter ergab Negativ. Bei meiner Frau wurden eigenartigerweise Hepatitis A-Antikörper und bei meiner Tochter Hepatitis B-Antikörper gefunden, obwohl beide nicht geimpft wurden oder jemals an Hep erkrankt waren. Also erinnerte ich mich an meine Lebensstrategie:
Ich brauchte Info, ich wollte wissen, was dahinter steckt. Was kann ich tun? Von meinem Hausazt kam wenig davon. Da ich ein Computerverrückter bin, kam mir gleich das Internet in den Sinn. Es dauerte nicht lange und ich war auf der HEP C Homepage von Interferon ist wohl die einzige Alternative, wie schon mein Arzt sagte. Dank der Informationen aus der Homepage konnte ich den Einstieg in die INF-Therapie vorbereiten. In der Firma informierte ich meine Vorgesetzten und den Werksarzt, um unnötige Probleme erst gar nicht aufkommen zu lassen. Glücklicherweise erntete ich von allen Seiten Verständnis und bekam die nächsten 5 Wochen meinen restlichen Urlaub für die bevorstehende Therapie. Dann ließ ich eine Ultraschalluntersuchung durchführen. Diese ergab wohl schon ein leicht verändertes Lebergewebe, doch mein Gesamtzustand ließ darauf schließen, daß ich noch keine Zirrhose hatte. Die Leber hat sich seit der letzten Ultraschalluntersuchung vor 3 Jahren nicht sichtbar verändert. Meine Frau stellte unsere gesamte Ernährung um, d.h. viel frisches Gemüse, Obst, wenig Fett und Eiweiß und alles, was dazu gehört. Am 2. Oktober 97 16.45 Uhr bekam ich meine erste Injektion mit 3 Mio. Einheiten INTRON A. Knapp 6 Stunden später spürte ich die Wirkung, allerdings nur sehr schwach. Leicht erhöhte Temperatur von 37,5 Grad, leichte Gliederschmerzen, empfindlichere Haut. Ich hatte nicht das Gefühl einer schweren Grippe, eher wie eine sich anbahnende Erkältung (Grippe habe ich nie gehabt). Ich fühlte mich etwas schlapp, ging dann um 0.00 Uhr ins Bett und schlief bis nächsten Morgen um 9.00 Uhr. Diese leichten Beschwerden waren bis Mittag verschwunden. Zusätzlich nehme ich Exract der Mariendistel und Vitamin C in Form von Ascorbin, 3 mal täglich. Außerdem verzichte ich ab sofort auf Kaffee, natürlich trinke ich absolut keinen Alkohol mehr und bemühe mich, täglich frisches Gemüse zu essen. Die ersten 2 Wochen spritzte ich unter Beobachtung des Arztes alle 2 Tage Interferon selbst. Da ich keine Probleme damit habe, überließ er mir dann das spritzen allein und zuhause. Nach Absprache mit dem Doc verdoppelte ich die Dosis nach 4 Wochen ohne Probleme, spritzte also ab dem 26.Oktober 97 täglich 3 Mio. Einheiten. Am 5. November 97 machten wir den ersten Bluttest. Das Ergebnis der Blutuntersuchung kam am 8. November 97 und ergab:
Ein anschliessender PCR ergab dann am 13. November 97: HCV-RNA PCR negativ. Die Therapie werde ich weiter fortsetzen. Es ist mir noch nicht klar, wie lange, aber ich rechne noch mit 6-12 Monaten. Die zukünftigen Blutwerte werden es zeigen. Jetzt nach 2 Monaten ist mir besonders aufgefallen, dass INTERFERON meinen Nerven schwer zu schaffen macht. Betroffene sollten an ihre Familie denken. Meine Haut trocknet immer mehr aus und ab und zu tauchen Kreislaufprobleme auf in Form von Schwindelgefühlen. Was mich am meisten stört, ist die Schlappheit und Antriebslosigkeit. Es ist, als ob INF mir sämtliche Energie aus dem Körper holt. Ich werde weiter berichten
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| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 15. September 2010 um 22:03 Uhr |

Nachtschicht durchgehend und anschließend eine Freiwoche) in einer chemischen Fabrik.