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Hans - Ein anstrengender Weg bis zum Erfolg !
Hans - Ein anstrengender Weg bis zum Erfolg !

Den Weg bergab habe ich mittlerweile hinter mir und seit wenigen Monaten geht es wieder bergauf !

Zur Person: Ich bin mit 35 Jahren stolzer Vater von 2 Söhnen ( 2 u. 8 Jahre) und meine Frau sowie die Kinder sind gesund !

Meiner Berufstätigkeit als Techniker konnte ich bisher trotz Interferontherapie vollständig nachkommen, jedoch so einfach war es für mich und meine Familie nicht, aber mittlerweile geht es langsam bergauf.

 

Hier meine Geschichte:

Kurz vor Weihnachten 1996 litt ich unter einer starken Erkältung, die über das Weihnachtsfest sowie die folgenden Wochen weiterhin anhielt.
Da sich mein Allgemeinzustand aber nicht besserte, ging ich dann doch zum Arzt, der jedoch die Symptome noch auf die ausklingende Erkältung zurückführte.
Ich glaubte meinem Arzt und machte mir deshalb über mein derzeitiges Krankheitsgefühl (höre auf deinen Körper !) keine weiteren Gedanken.

 

Auch nach 2 Wochen fühlte ich immer noch sehr schlapp und suchte erneut den Arzt auf. Dieser stellte aufgrund einer Blutsenkung keine Entzündungsaktivitäten fest und tröstete mich damit: "Das hat man schon mal in dem Alter ! Mein gefühlsmäßiges Alter betrug damals 70 und somit hatte er "Recht", aber ich bin doch erst 33 Jahre (1997).

Wieder 2 Wochen später saß ich nochmals in seiner Sprechstunde. Diesmal wurde ein EKG geschrieben, das schlecht ausgefallen war und deshalb umgehend ein Termin beim Herzspezialisten vereinbart wurde.

Zu meiner Überraschung war an diesem Untersuchungstermin lt. Kardiologen alles in Ordnung, sogar die abgetasteten Organe (darunter auch die Leber). Nur mein Blutdruck betrug 170/90 mmHG erschien mir etwas hoch, der Arzt schrieb dies nur als allgemeines Untersuchungsergebnis in seinen Arztbericht an den Hausarzt, ohne dieser Spur eventuell nach zu gehen.

Also war ich gesund !???

Jedoch war ich oft müde und schlapp und nervte nach wiederum 2 Wochen meinen Hausarzt mit meinen Beschwerden und bat ihn endlich mal eine größere Blutuntersuchung durchzuführen.

Die war der Anfang einer Odyssee, die man niemanden wünscht:

Die Leberwerte GGT=72 U/L; GOT=71U/L; GPT 148 U/L; Thrombocyten 94 ko 10^9/L.

Jetzt wurde auch mein Hausarzt nachdenklich und sprach zum 1. Mal von einer Leberentzündung, doch um die genaue Ursache zu finden müßte mein Blut speziell untersucht werden.

Es wurde dann leider nur halbe Arbeit geleistet und erst die 2. Blutuntersuchung schenkte mir dann pünktlich zu meinem Geburtstag im Mai das endgültig schlechte Ergebnis : - Aktive Hepatitis C-

Das war ein langer Weg bis zu dieser Diagnose, mit der ich zu diesem Zeitpunkt sehr wenig anfangen konnte!

Ein Medizinratgeber schreibt: "Hepatitis C=ungünstige Prognose"!

Mein Hausarzt sprach von entsprechender Lebensweise und von einer sehr teuren Behandlungsmöglichkeit.

Schöne Aussichten und "umfangreiche Information".

Nach Rücksprache mit meinem Arzt konnten meine Familie und ich trotzdem noch einen für Juni gebuchten Griechenlandurlaub genießen und erst danach die Behandlung beginnen.

Über diese Entscheidung bin ich heute sehr froh, denn meine Frau und ich hatten Zeit zum Reden und auch zum Nachdenken......

Am 01.07.97 wurde ich dann ins Krankenhaus eingewiesen und dort sofort zu meinem Erstaunen auf die Isolierstation in ein Einzelzimmer gelegt. Wiederum stellten sich neue Gedanken über die Gefahr dieser Erkrankung ein, diese Angst löste in mir den Drang nach Information über die Hepatitis C mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln zu erlangen. Leider ohne Erfolg !

In meiner "Einzelhaft" wurde meine Stimmung immer gereizter und erst eine massive Beschwerde über die zögernden Untersuchungen hatten zumindest beim weiteren Ablauf Erfolg:

  • 04.07.97 EKG, Leberfunktionsdiagramm : Gute Werte
  • Gastroskopie ("Schlauch schlucken") : Keine Auffälligkeiten, insbesondere keine Varizen.
  • 07.07.97 Abdominelle Sonographie (Ultraschall d. inneren Organe): Unauffälliger Befund, grenzwertige Größe der Leber.
  • Laparaskopie mit Leberhistologie; übersetzt: Aufblasen des Bauchraumes mit med. Kohlensäure, mit Hilfe einer Optik und Lichtquelle werden die inneren Organe optisch beurteilt und dann kann der Arzt gezielt mit entsprechendem Instrumentarium eine Gewebeprobe (Punktion)entnehmen.

Diese Untersuchung fand unter örtlichen Betäubung statt, die ich persönlich einer Vollnarkose vorziehen würde. Eine Blindpunktion ist nach heutigen Erkenntnissen bei der Erstuntersuchung nicht zu empfehlen.

Das Ergebnis: Die Leber ist äußerlich in einem guten Zustand, die Histologie folgt.

  • 07.07.97 Abdominelle Sonographie: Alles o.k. (Wichtig, wegen evtl. Nachblutungen).
  • 08.07.97 Abdominelle Sonographie: Alles o.k.
  • Meldung der Erkrankung an das Gesundheitsamt.
  • 09.07.97 Entlassungstag und Warten auf den histologischen Befund.
  • 14.07.97 Histologiebefund: Leberzirrhose Child A und alle Hoffnungen waren dahin !!
  • 21.07.97 Erneute Krankenhauseinweisung zwecks Beginn einer Interferontherapie:
  • Montag Abend 20.°° Uhr, die 1.Interferonspritze 5 Mio Einheiten in den Bauch.

In der Nacht hatte ich Schüttelfrost und Fieber, das ich jedoch ohne Paracetamol überstand.

  • 23.07.97 Die 2.IFN-Spritze 20.°° Uhr: Gleiche Nebenwirkungen, jedoch nicht mehr so stark.
  • 25.07.97 Die 3.IFN-Spritze, diesmal gebe ich mir die Spritze selbst, auch kein Problem und die Nebenwirkungen ähnlich wie mittwochs.
  • 26.07.97 Entlassungstag.

Mittlerweile hatte ich Kontakt mit einer Selbsthilfegruppe "Hepatitis C" in Saarbrücken und Mainz und Dank des persönlichen Gespräches wurden mir einige Ängste genommen und die Erfahrungen der Betroffenen half mir bei meinen ersten Schritten.

Zwischenzeitlich hatte mein Arbeitskollege Jörg fleißig im Internet gestöbert und dort die immer noch beste Homepage über Hepatitis C entdeckt !

Die deutsche Telekom müßte eigentlich pro Telefoneinheit die für den Besuch von Ingo’s Homepage den Lesern entsteht 1 Pfennig an das Deutsche Hepatitis C Forum abgeben und eine gesicherte Finanzierung für diese Informationsquelle wäre geschaffen !

In den folgenden 18 Monaten hat sich vieles ereignet, darunter auch die Gründung einer Selbsthilfegruppe in Trier im November 97, die sich regelmäßig trifft und viele Erfahrungen und Informationen gegenseitig austauscht. Ich persönlich freue mich auf jedes Treffen.

Die Familie hat während dieser Zeit mit mir, viel Verständnis gezeigt und mir Mut zum Leben gegeben, dafür möchte ich an dieser Stelle Danke sagen.

Die Therapie ist ein anstrengender Weg und mit Menschlichkeit und Hilfe (Selbsthilfe) trägt man ein gutes Stück zur Heilung bei. Sicherlich gab es viele "schlechte Tage" aber auch die gehen vorüber.

Mein neuer Hausarzt (seit Juli 97) hat mich sehr verständnisvoll betreut und das zeigt den Erfolg der Therapie.

Ich bin nun HCV negativ !

Dieser Erfolg hätte vielleicht etwas früher sein können, da aber von verschiedenen Spezialisten zu diesem Zeitpunkt noch die Monotherapie in der Form; Montags, mittwochs, freitags 5 Mio Intron A, über max 4 Monate bei Nichtansprechen empfohlen wurde, weiß man heute, daß eine Kombitherapie eine weitaus höhere Ansprechrate hat.

Später erfuhr ich das auch von einem Spezialisten, der mir das so erklärte:

Bevor eine Interferon- bzw. Kombitherapie durchgeführt wird, sollten zuerst folgende Faktoren geklärt werden:

  1. Bestimmung des Genotyps, z.B.: 1a = schlechter Genotyp = aggressive Behandlung täglich 5 Mio + Ribavirin 1200 mg (2x3Kapseln)
  2. Wie alt ist die Hep C z.B.: Mehrere Jahre = aggressive Behandlung ......
  3. Leberzirrhose Ja/Nein z.B.: Ja = unbedingt aggressive Behandlung (Jeder Tag mit geringer Virenlast erleichtert der Leber ihre Arbeit !)

Es spielen noch viele andere Faktoren eine wichtige Rolle, aber dies sollte nur auf eine grundsätzliche Klärung der Therapieform hinweisen.

Besonders wichtig ist während der IFN-Therapie die Kontrolle der Laborwerte und hier insbesondere die Schilddrüsen-Werte (TSH,T3,T4 ) kurzfristig , alle 14 Tage kontrollieren.

Um meine Behandlungserfolge übersichtlich darzustellen, habe ich mir eine Kurve in Excel erstellt und hier abgebildet. Leider sind die Kommentare erst beim Ausdruck sauber leserlich:

Image

Nun bleibt weiterhin zu hoffen, daß der Virus durch eine "Ausschleichung der Behandlungsform" und später bei Therapieende nicht mehr aufwacht !!!

Ich werde davon berichten.

Freitag, 4. Dezember 1998

Hans

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 15. September 2010 um 22:00 Uhr
 
Samstag, 04. Februar 2012