Fragen bezüglich der Krankheit
- Ist allein der GV mit Kondomen ausreichend, um mich vor einer Infektion zu schützen?
Die Gefahr einer Übertragung durch Sex ist sehr gering einzuschätzen. Das Risiko liegt etwa bei 1%. Der nichterkrankte Partner sollte allerdings folgendes berücksichtigen: Mindestens einmal jährlich einen Antikörpertest durchführen - alles tun, um das Immunsystem zu stärken. Ansonsten schützen Kondome genauso wie bei Aids.
- Genügt schon eine kleine Menge Blut für eine Infektion, z.B. kleine Wun¬den oder Kratzer auf der Haut?
Es kommt doch oft vor, daß man kleine Kratzer erst gar nicht bemerkt (sowohl beim HCV-Patient als auch bei der Kontaktperson).
Nach bisherigen Erfahrungen ist hier die Anzahl der Viren im Blut maßgeblich. Je mehr Viren pro ml Blut nachgewiesen werden (Virentiter), umso höher das Risiko einer Übertragung. Grundsätzlich ist aber immer wieder zu betonen, daß wir nach wie vor von etwa 40- 50% sog. sporadischer Transmission (=Übertragung unbekannt) ausgehen müssen, folglich sollte NICHTS ausgeschlossen werden und grundsätzlich äußerst sorgfältig Sorge getragen werden, die möglichen Risiken ein
- Wie lange kann das Hepatitis C Virus an der Lüft überleben?
Informationen darüber variieren von 12 Stunden bis 14 Tage; die Forscher sind nach wie vor bemüht hier eine klare Antwort zu finden.
Sind in Blutkrusten über Wunden auch Hepatitis C Viren?
So lange Blutkörperchen, in denen sich das HC Virus aufhält, intakt ist, können dort auch Viren vorhanden sein
- Was ist mit den Körperflüssigkeiten?
HCV wurde in allen Körperflüssigkeiten nachgewiesen, doch nur eine Übertragung von Blut zu Blut gilt als gesichert.
Sind jährliche Kontrolluntersuchungen auf Hepatitis C bei Angehörigen von Hepatitis Patienten sinnvoll?
Unbedingt, wobei ein Antikörpertest (ELISA) genügt.
- Wenn doch die Möglichkeit besteht, daß sich Menschen durch Kontakt mit verseuchtem Blut (z.B. Bluttransfusion) infizieren können, warum ist dann auszuschließen, daß die Viren nicht durch blutsaugende Insekten (z.B. Anopheles: Überträger der Malaria) übertragen werden können?
Die Blutmenge, welche die Mücke von einem HCV Betroffenen evtl. aufnimmt, ist viel zu gering um den nächsten, den sie sticht, zu infizieren. Zudem werden durch das Sekret das Blut und damit die Zellenstruktur zerstört, in der das Virus überleben kann.
Es gibt weder einen epidemologischen noch physischen Nachweis, daß Mücken HCV übertragen.
Jeder Versuch bei dem man in Experimenten nachweisen wollte, ob eine HCV-Replikation in Mücken-Zellen möglich ist, scheiterte.
- Welche Maßnahmen können Sie mir empfehlen zum gesicherten Nachweis einer Infektion meinerseits?
Heute werden serologische Methoden der zweiten Generation („Enzyme Linked Immunosorbent Assay" = HCV-ELISA II als Screeningtest und „Recombinant Immunoblot Assay" = HCV-RIBAII als Konfirmationstest) verwendet. Damit können Anti-HCV-Antikörper durchschnittlich drei Monate nach Exposition mit einer Sensitivität und Spezifität von etwa 90% nachgewiesen werden. Es handelt sich um nicht-protektive IgG-Antikörper, die Üblicherweisejahre- bis jahrzehntelang persistieren, auch wenn die Infektion überwunden ist. Ihr Nachweis läßt deshalb keine Rückschlüsse auf die Aktivität der Hepatitis zu. Empfehlenswert wäre ein qualitativer PCR-Test.
- Ich habe häufig einen Druckschmerz im rechten Oberbauch, mein Arzt sagte mir aber, die Leber würde sich nicht durch Schmerzen bemerkbar machen.
Die Leber selbst hat in ihrem Volumen zwar keine Nerven, die Schmerzempfindungen auslösen könnten. Die Kapsel, die die Leber umschließt, hat aber solche Nerven. Insbesondere eine Schwellung der Leber kann also Schmerzen verursachen.
- Ich habe eine Hepatitis C mit einer Viruslast von 400.000 Kopien/ml Was sagt mir diese Zahl?
Von einer niedrigen Virusmenge (Virämie) spricht man bei einer HCV-RNA bis 600.000 UI/ml, über dem Wert spricht man von einer hohen Viruslast, somit sind 400.000 UI/ml also im unteren Bereich anzusehen. Leider sagt die Anzahl der Viren nichts über den tatsächlichen Zustand der Leber aus.
Haben Sie Informationen zur Verträglichkeit von Interferonbehandlungen bei Jugendlichen?
Bei Kindern und Jugendlichen liegen nur wenige Erfahrungen mit einer Interferontherapie vor, wobei sich die Ansprechraten wahrscheinlich nicht wesentlich von denen der Erwachsenen unterscheiden. Das Alter an sich hat nur eine untergeordnete prognostische Bedeutung für die Ansprechrate auf Interferon, sofern man berücksichtigt, daß bei älteren Patienten gehäuft eine lange Infektionsdauer vorliegt, die die Erfolgsrate reduziert. Das Geschlecht spielt ebenfalls keine wesentliche Rolle, wobei Frauen möglicherweise eine geringfügig bessere Ansprechrate als Männer haben. Berücksichtigt man, daß sich Genotypen und Infektionsdauer in verschiedenen Populationen deutlich unterscheiden können.
- Was geschieht, wenn ein Kind transplantiert werden muß?
Es gibt die Möglichkeit, dem Vater oder der Mutter einen Teil ihrer Leber zu entnehmen und diesen Teil dem Kind einzupflanzen. Diese Möglichkeit wurde von Prof. Broelsch in Chicago erstmals praktiziert, heute arbeitet er in Hamburg-Eppendorf.
Relativ wenige Hepatitis-C-Patienten sind Kinder, wenn Sie aber dennoch weitere Infos suchen, finden Sie diese unter:
http://www.leberkrankes-kind.de/
- Ist Ihrer Meinung nach eine Therapie mit Interferon auch im akuten Stadium sinnvoll?
Ja, unbedingt. man kann so, aller Wahrscheinlichkeit nach, den Übergang in die Chronizität verhindern. Auch ist das Ansprechen auf die Therapie im akuten Stadium wesentlich höher. hier liegt die Erfolgsrate bei ca. 90% - 95% Die Konsensuskonferenz gibt folgende Empfehlung: Die akute HepC sollte mit IFN alpha therapiert werden. Beginn der Therapie mit Diagnosestellung. Therapiedauer: 3 - 6 Monate