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Eva - Das Leben ist dazu da um Erfahrungen zu sammeln...., Januar 2007
Eva - Das Leben ist dazu da um Erfahrungen zu sammeln...., Januar 2007

 

Mein Name ist Eva, ich bin 43 Jahre alt und ich habe 2 Kinder. Ich habe seit 1989 Hep. C Genotyp I. Angesteckt habe ich mich durch einen Stich mit der Insulinnadel auf der Arbeit. Mittlerweile ist die Krankheit auch durch die Berufsgenossenschaft anerkannt und ich bekomme Rente.
Nach diversen Untersuchungen habe ich mich im Oktober 2004 dafür entschieden eine Interferon/Ribivarin Therapie zu machen. Ich bin ja schon lange infiziert und habe auch entsprechende Literatur gelesen und wusste annähernd was auf mich zukommen könnte. Außerdem hatte mein (mittlerweile leider verstorbener)Mann auch eine Hep. C Genotyp II. Bei ihm blieb die Therapie leider erfolglos

Behandelt und wirklich gut begleitet wurde ich durch die Uni Erlangen.

Ich arbeite Vollzeit in führender Tätigkeit und habe im Vorfeld meine Mitarbeiter über die Krankheit, die Therapie und mögliche Nebenwirkungen informiert. Parallel hierzu war und bin ich in psychologischer Behandlung. Meine Familie war bereit im Notfall zu helfen; meine Kinder waren über alles aufgeklärt.

Jetzt im nachhinein waren das die wichtigsten Voraussetzungen um die Therapie doch so gut zu überstehen
An dieser Stelle möchte ich mich bei meinem Partner, meiner Familie, meine Freunden und Kollegen für ihre Eselsgeduld und ihr Verständnis recht herzlich bedanken
Die erste Spritze: Angst und Unsicherheit. Aber fast keine Nebenwirkungen, außer ein wenig schwitzen. Gut dachte ich mir, ist ja ein guter Beginn.
Die ersten 2-3 Wochen war nichts auffälliges. O.k. ein bisschen frieren. Doch dann im Laufe der Wochen kamen allerlei Beschwerden hinzu: Juckreiz und Ekzeme an allen möglichen und unmöglichen stellen. Hierfür bekam ich Cortisonsalben, die auch einigermaßen halfen.
Eine Infektion nach der anderen (Harnwegsentzündungen, diverse Stirnhöhlenentzündungen, Schnupfen.....), Aber auch kein Problem. Gibt ja auch hierfür Medikamente. Dann nach 6 Monaten kam auch noch ne Colitis hinzu. Die war bzw. ist heftig. Hier muss man viel Geduld haben. Habe meine Ernährung umgestellt und nehme entsprechende Medikamente und somit ist es super auszuhalten :)
Die Viruslast verschwand; die anderen Blutwerte verschlechterten sich. Ich wurde antriebslos und hatte keinen Hunger mehr. Mir fielen die Haare aus und ich bekam Migräneanfälle. Nichts desto trotz entschied ich mich für eine berufsbegleitende Weiterbildung, die ich dann auch im Dezember 2006 mit Erfolg abschloss.
Solche Formen der Motivation brauche ich. Ich war währende der 60-wöchigen Therapie auch nur 12 Tage krank. Ich wollte nicht daheim sitzen und in meinem Selbstmitleid versinken; ich wollte was tun. Das war zwar nicht 100 % Leistung, aber das erwartete auch keiner. So hatte ich meine Höhen und Tiefen, aber es mir ging den Umständen entsprechend ganz gut.

Nach ungefähr 9 Monaten ging mir langsam die Luft aus. Treppen steigen etc. wurde ganz schön anstrengend und ich wurde immer müder. Wenn ich konnte schlief ich 18 Stunden; essen wollte ich nicht mehr....aber es ging mir nicht schlecht nein anders.

Wie sich bei den regelmäßigen Untersuchungen herausstellte war eine Anämie der Grund für Müdigkeit und Appetitverlust. Nach 2 Bluttransfusionen ging’s auch wieder bergauf.

Die letzen 2 Monate der 15-monatigen Therapie gingen dann aber langsam doch auf die Substanz. Mir war nur noch schlecht, mir war’s schwindelig, mich juckte es nur noch, die Kopfschmerzen gingen nicht mehr weg. Noch mal ins Krankenhaus weil’s weder eine Anämie war.

Und dann endlich nach 15 Monaten am 21. Dezember 2006 war die Therapie beendet
Ich hatte mittlerweile eine schicke Kurzhaarfrisur, war 26 kg leichter (steht mir gut :) und eine vornehme Blässe.
So dachte ich mir, jetzt geht’s nur noch bergauf........

Von wegen: was ich früher dauernd schlafen konnte jetzt sind es höchstens 5 Stunden....wie’s ist, ist nix
Der Appetit ist bis jetzt auch noch nicht so da, aber dafür wieder die Lust zu kochen, weg zu gehen.....
Meine Ärztin meinte ich soll noch Geduld haben, es kann 12-16 Wochen dauern, bis sich der Körper regeneriert
Auch kein Problem. und damit die Wartezeit verkürzt wird werde ich einige Kurztrips mit meinem Partner unternehmen und die Seele etwas baumeln lassen

Ich werde erst im Juli 2007 erfahren, ob denn die Therapie erfolgreich war. Die Chancen stehen bei 50 %. Aber selbst wenn nicht: meinem Leben zuliebe war es einen Versuch wert.

Ich möchte allen Menschen Mut machen die Therapie durchzuführen. Es ist eine Chance. Wichtig ist eine gute Vorbereitung, ein kompetenter Arzt der auch zuhören kann, ein informiertes Umfeld und wie in meinem Fall psychologische Hilfe
Wenn ich mein endgültiges Ergebnis habe werde ich mich wieder melden.

Bis dahin
liebe Grüße

Eva

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 15. September 2010 um 21:39 Uhr
 
Samstag, 04. Februar 2012